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presse
GIESSENER ALLGEMEINE, 20.01.2010
Saisonhöhepunkt:
Konzert mit dem Gelius Trio im Saal des Rathauses
Dank des überragenden
künstlerischen Niveaus des Gelius Trios markierte das Programm den
bisherigen Saisonhöhepunkt des Vereins Gießener Meisterkonzerte.
Aufhorchen
ließ schon anfangs der Kopfsatz von Antonin Dvoraks Klaviertrio
f-Moll op. 65: Das Ensemble spielte ihn überaus konzentriert, horchte
genau aufeinander und verschmolz klangfarblich regelrecht miteinander.
Bei den innigen Kantilenen zeigten die beiden Streicher poetisches Einfühlungsvermögen,
ebenso sensibel ging die Pianistin vor, die souverän die Übersicht
wahrte. Zudem beeindruckte die feine klangliche Balance zwischen melodisch
hervortretenden und begleitenden Instrumenten. Auch die innere Dramaturgie
der Interpretation schien ausgefeilt - vom zarten Pianissimo-Beginn bis
zum wuchtigen Fortissimo-Schluss. Einen wirkungsvollen Kontrast zum rhythmisch
markanten Scherzo-Rahmenteil bildete das lyrische, mit breitem Klangbild
dargebotene Trio; raffiniert gelang die allmähliche Rückführung
zum thematischen Ausgangspunkt. Tiefe Nachdenklichkeit verlieh das Ensemble
dem wehmütigen Adagio; kristallklar und mit intensivem, reinem Ausdruck
vermochten die Streicher die leidenschaftlichen Melodielinien zu intonieren;
wohldosiert der Klavierpart. Prägnant artikuliert und rhythmisch
auf den Punkt gebracht geriet das Allegro-Finale, in dem die Musiker die
starke Intervallspannung ausreizten.
Ebenso akkurat
das Zusammenspiel bei Bedrich Smetanas Trio g-Moll op. 15. Den ersten
Satz interpretierte das Ensemble atmosphärisch dicht, temperamentvoll,
überdies in weiter dynamischer Bandbreite und förderte eine
Fülle Details zu Tage. Im Scherzo demonstrierte es Spontaneität
und Impulsivität. Von animierender Wirkung die beschwingte Motorik
im Presto-Finale
Kompositionen
des Argentiniers Astor Piazzolla, der den Tango erneuerte und veredelte,
nehmen zwar im Konzertleben seit einigen Jahren etwas Überhand; wenn
man sie aber derart mitreißend spielt wie das Trio die Tango-Suite
"Jahreszeiten in Buenos Aires", ist nichts daran auszusetzen,
sie ins Programm aufzunehmen. Das Ensemble bewies ausgezeichnetes Rhythmusgefühl
und spürte fantasievoll dem Abwechslungsreichtum nach. Elegant-fließend
meisterte es die Übergänge, fein ausgelotet die Tempoverzögerungen,
die die schwelgerische Stimmung hervorhoben. Schwirrende Glissandi vermischten
sich mit knisternd erotischen, Tanzlokalflair herbeizaubernden Passagen.
Für den begeisterten Applaus der zahlreichen Hörer dankte das
Ensemble mit dem schwindelerregend virtuos und witzig vorgetragenen "Rondo
all'Ungarese" - Finale aus Joseph Haydns Trio G-Dur Hob. XV: 25 als
Zugabe. jou
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"Das
Konzert eines solchen Weltklasse-Ensembles vor Ort erleben zu dürfen,
ist eine Seltenheit. Gelius überzeugte nicht nur mit exakten Phrasierungen,
kluger Anpassungsfähigkeit und technischer Brillanz, sondern vor
allem mit höchster musikalischer Sensibilität. Cellist Hell
beeindruckte mit virtuos ausgesungenen Kantilenen und im atemberaubend
drängenden Finale mit stürmischer Vehemenz, die trotz ihrer
Schroffheit niemals an Klangschönheit einbüßte. Krstic
bewies in der hohen Lage meisterhafte Transparenz und imponierte mit seinem
vibratoreichen, leidenschaftlich intensiv exakt richtig dosierten Ton.
Dem Gelius Trio ist ein Musizieren zu eigen, welches von einem höchst
durchdachten Von-Selbst geprägt ist und nicht viel Blickkontakt benötigt,
aber dennoch niemals routiniert oder automatisch klingt."
Münchner Merkur,
12.03.2007, Barbara Doll
"Aus
der Stille kommend tappt sich das Klavier in Piano-Tontupfern vorsichtig
heran, sucht die innige Melodie und ist tatsächlich bereits mittendrin.
Sacht schmiegen sich Violine und Cello an, weltentrückte, stille
Ferne atmet weit. Die Zeit bricht sich und hebt sich auf, unwirklich schimmert
gebrochenes Licht.
Nicht mehr von dieser Welt war das Spiel des Gelius Trios aus München."
Süddeutsche
Zeitung, 12.03.2007, Marco Frei
"Gelius-Trio:
Überlegene Spieltechnik und Interpretation - Sternstunde der Kammermusik"
Münchner Merkur,
19.02.2006, Arno Preiser
"The following lines will be entirely devoted to describing the pleasant
experience of listening to the Gelius Trio:
From the moment the first notes of the trio by Claude Debussy reached
my ears, I knew that this evening would be an unforgettable experience.
Never before had I taken so much delight from such warm sounds coming
from these two stringed instruments. As a matter of fact, each instrument
seemed like two playing in unison. The intensity of each musician's stroke
and the mutual understanding between the two musicians was astounding.
Fantastic musicians and charming individuals, the members of the Gelius
Trio have won a place in our hearts thanks to their splendid art."
La Jornada, Mexico,
30.11.2003, Ismael Álvarez León
Die Musiker des Gelius Trios boten eine in jeder Hinsicht meisterhafte
musikalische Leistung. Dabei wurde das selbstverständliche technische
Können stets dem musikalischen Ausdruck untergeordnet und nicht als
Selbstzweck verstanden. In diesem Trio sind die drei Virtuosen, die sonst
getrennte Wege gehen, zu einer neuen und überzeugenden Einheit verschmolzen.
Jedes Crescendo und Decrescendo und jeder Tempowechsel wurden gemeinsam
erfühlt, so dass die gespielten Werke in einer bewundernswerten Homogenität
erklangen.
Fürther Nachrichten,
26.11.01, Günter Greb
Das Gelius-Trio leistete Großes und schaffte es, das suchende Vorwärtsdrängen
im Kompositionsstil unbeschadet in unsere Zeit zu transportieren und dabei
Musik mit einer Lebendigkeit zu interpretieren, als erlebe man gerade
deren Uraufführung.
Micaela Gelius wechselte souverän von der virtuosen Solistin zur
sensiblen Begleiterin. Der Geiger Sreten Krstic und der Cellist Michael
Hell legten größte Emotion in ihr Spiel. Sie erlaubten sich
so manche spontane und belebende Interaktion und fügten sich doch
mit größter Präzision in das Ensemblespiel ein.
Es ist die hohe Kunst der Interpreten unserer Zeit, historische Musik
für unsere gegenwärtigen Ohren hörbar und vor allem verstehbar
zu machen. Im Gelius-Trio treffen drei wahre Meister jener Kunst aufeinander.
Lauterbacher Anzeiger,
27.1.2004, Klaus Scheuer
Und die Musiker fügten sich dem Werk (Schubert, B-dur-Trio), ohne
ihm den Versuch einer eingreifenden Interpretation aufzustülpen.
Glücklicherweise, denn nur so entfaltet die Musik ihren außergewöhnlichen
Zauber. Das Andante von atemberaubender Schönheit hätte sonst
nicht so leicht fließen können, zwischen warmer Klavier-Temperierung,
vollmundigem Cello und einer traumhaft singenden Violine.
Süddeutsche
Zeitung, 27.04.2004, Reinhard Palmer
Mit Augenmaß lassen die Musiker butterweiche Melodien fließen,
sorgen durch präzise Staccati für akzentuierte Unterbrechungen,
versehen das Andante mit einem zarten musikalischen Schmelz und agieren
ausdrucksstark bis in den Schlussakkord - ohne falsches Pathos oder überzogene
Rubati. (Clara Schumann, Trio)
Süddeutsche
Zeitung, 17.01.2002, Torsten Brandt
Schon im ersten Satz bezauberte das federleicht perlende Klavierspiel
von Micaela Gelius. Nach der gemessenen Heiterkeit des Andante ein entrückt
zartes Adagio. Das Gelius Trio träufelte diesen Satz wie Balsam auf
die Zuhörer, ohne jemals in Süßlichkeit zu verfallen.
Der Finalsatz geriet zum brillant schillernden Fanal musikantischer Spielfreude
und emotional erspürten Ensembleklangs. (J. Haydn, Trio g-moll)
Münchner Merkur,
20.03.2001, Andreas Bretting
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